GALLIA HELVETICASchlaraffia · Reych 153

Pensioniert – und jetzt? 12 Ideen für die Zeit nach dem Beruf

· 4 Min. Lesezeit · von den Schlaraffen der Gallia Helvetica

Abendstimmung über St. Gallen mit dem Uhu auf der Burgmauer

Pensionierung – was nun? 12 Ideen gegen Langeweile und für einen erfüllten Ruhestand: Tagesstruktur, Freundschaften, Kunst und Engagement. Mit Tipps aus der Schweiz.

Nach der Pensionierung brauchen die meisten Männer drei Dinge, um glücklich zu werden: eine Struktur für die Woche, Menschen, die auf sie zählen, und eine Aufgabe, die sie fordert. Freie Zeit allein macht nicht zufrieden – erst was man damit anfängt.

In der Schweiz liegt das Referenzalter für die AHV seit der Reform AHV 21 bei 65 Jahren. Viele freuen sich jahrelang auf diesen Tag. Und erleben dann nach ein paar Wochen Ferienstimmung etwas Unerwartetes: Leere.

Warum fühlen sich viele nach der Pensionierung leer?

Der Beruf liefert mehr als Lohn. Er gibt dem Tag einen Takt, dem Kopf Aufgaben und dem Leben Kontakte. Pro Senectute bringt es auf den Punkt: Mit der Pensionierung fallen viele berufliche Kontakte weg – umso wichtiger werden private Freundschaften.

Wer das weiss, kann vorsorgen. Die folgenden zwölf Ideen helfen, den Ruhestand so zu gestalten, dass er sich nicht wie ein endloser Sonntag anfühlt.

Struktur: Der Woche einen Takt geben

1. Fixpunkte setzen

Ein Termin, der jede Woche gleich ist, wirkt Wunder: Montag Wandern, Mittwoch Chor, Freitagabend Verein. Fixpunkte geben dem Kalender Halt und dir einen Grund, das Haus zu verlassen.

2. Den Morgen bewusst beginnen

Spaziergang, Zeitung im Café, Training: Ein Morgenritual ersetzt den Arbeitsweg und verhindert, dass der Tag zerfliesst.

3. Projekte statt To-do-Listen

Ein Projekt hat ein Ziel und ein Ende: die Familienchronik schreiben, den Garten neu anlegen, ein Instrument bis zum Weihnachtsfest lernen. Projekte geben Sinn, Listen nur Beschäftigung.

Menschen: Kontakte, die bleiben

4. Einem Verein beitreten – bevor du ihn brauchst

Die beste Zeit für einen Verein ist ein paar Jahre vor der Pensionierung. Dann bist du schon Teil der Runde, wenn die Kontakte aus dem Beruf weniger werden. Warum gerade Regelmässigkeit so wichtig ist, steht in Neue Freunde finden ab 50.

5. Eine Männerrunde mit Niveau suchen

Viele Männer suchen etwas zwischen Stammtisch und Kulturverein: Gesellschaft, Gespräch, ein bisschen Bühne und viel Humor. Genau das ist die Schlaraffia – ein Bund, der seit 1859 Kunst, Freundschaft und Humor als ritterliches Spiel pflegt. In St. Gallen trifft sich die Gallia Helvetica jeden Freitag im Winterhalbjahr.

6. Alte Freundschaften pflegen

Ruf den Studienkollegen an, den du seit Jahren „mal wieder sehen“ wolltest. Pensionierte haben, was Berufstätigen fehlt: Zeit für einen Besuch unter der Woche.

Aufgabe: Gebraucht werden

7. Wissen weitergeben

Jahrzehnte Berufserfahrung sind wertvoll. Mentoring für Lernende, Beratung für Jungunternehmen oder ein Vortrag über dein Fachgebiet – Wissen weiterzugeben macht stolz und verbindet Generationen.

8. Ehrenamt übernehmen

Fahrdienst, Vereinsvorstand, Besuchsdienst, Kultur organisieren: Pro Senectute nennt Freiwilligenarbeit eine „sinnstiftende Tätigkeit“. Wer gebraucht wird, steht morgens gern auf.

9. Teilzeit weiterarbeiten

Wer will, kann über 65 hinaus arbeiten – in einem kleinen Pensum oder als Berater. Für manche ist das der sanfteste Übergang.

Freude: Was du schon immer tun wolltest

10. Kreativ werden

Schreiben, Musizieren, Theater, Vortragen: Kreative Hobbys halten nachweislich den Kopf jung. Eine Studie aus Toronto (2025) zeigte, dass das Gehirn älterer Musiker weniger angestrengt arbeiten muss. Mehr in Kreativ ab 50.

11. Bewegung mit Gesellschaft

Wandergruppe, Boccia, Velotouren: Bewegung tut dem Körper gut, Gesellschaft der Seele – beides zusammen ist unschlagbar.

12. Reisen mit Thema

Nicht nur Ferien, sondern Entdeckung: eine Pilgerreise, eine Sprachreise, die Orte deiner Vorfahren. Und zwischen den Reisen? Der feste Abend daheim.

Wie bereite ich mich auf die Pensionierung vor?

Pro Senectute empfiehlt, neben Finanzen und Wohnen auch die Freizeit zu planen. Drei Fragen helfen:

  1. Was gibt mir heute Energie – ausser dem Beruf?
  2. Wen sehe ich, wenn die Arbeit wegfällt?
  3. Wo könnte ich in einem Jahr jede Woche erwartet werden?

Wenn du auf Frage 3 noch keine Antwort hast: Schau dich in den nächsten Monaten zwei, drei Vereine an. Bei der Gallia Helvetica kannst du jederzeit als Pilger vorbeikommen – die nächsten Termine stehen in der Sippungsfolge.

Was tun nach der Pensionierung gegen Langeweile?

Feste Wochentermine, ein Projekt mit Ziel und eine Gruppe, in der man erwartet wird. Vereine, Ehrenamt und kreative Hobbys verbinden alle drei.

Wann soll man sich auf den Ruhestand vorbereiten?

Ein paar Jahre vorher. Wer Kontakte und Hobbys schon mit 58 oder 60 aufbaut, ist mit 65 nicht plötzlich allein, wenn die beruflichen Kontakte wegfallen.

Mit wie viel Jahren gehen Männer in der Schweiz in Pension?

Das Referenzalter der AHV liegt für Männer bei 65 Jahren. Ein früherer oder späterer Bezug ist in einem gewissen Rahmen möglich.

Gibt es in St. Gallen Angebote für frisch Pensionierte?

Ja, zum Beispiel Kurse und Gruppen von Pro Senectute Kanton St. Gallen, zahlreiche Vereine und die Schlaraffia Gallia Helvetica, die freitags im Winterhalbjahr an der Ilgenstrasse 43 zusammenkommt.


Quellen: Pro Senectute: Gut vorbereitet auf die Pensionierung · BSV: AHV 21 · science.ORF.at: Musizieren bremst geistigen Abbau (2025)

Gallia Helvetica – das Reych Nr. 153 der Schlaraffia in St. Gallen. Seit 1904 treffen sich hier Männer zu Kunst, Freundschaft und Humor. Mehr über uns

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